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Siebdruck

10. Mai 2016 | Geschrieben von G. Bendig in der Kategorie Druckverfahren

Der Siebdruck bietet für (fast) jedes Druckmotiv die perfekte Lösung. An einem Beispiel zum Bedrucken von Baumwolltaschen finden Sie nachfolgend eine Beschreibung des Siebdruckverfahrens. Der Siebdruck ist nach wie vor das gängigste Druckverfahren zum veredeln von textilen Werbeartikeln.

Der Siebdruck eignet sich aber nicht nur für Drucke, die keine Bildelemente beinhalten, also Texte oder Elemente mit grossen Farbflächen sondern auch für komplizierte Bildmotive. Wenn das Motiv keinen Verlauf enthält (also nicht gepixelt ist) spricht man vom Strichdruck.

Beinhaltet das Motiv Verläufe (z.B. ein Regenbogen) wird das Motiv im Rasterdruck umgesetzt. Möglich ist aber natürlich auch eine Kombination von Strich- und Rasterdruck.

Was ist Siebdruck? Beim Siebdruck wird jede Farbe des Druckmotives einzeln, nacheinander auf das Material gedruckt. Jede Farbe wird dabei durch ein engmaschiges Sieb gedrückt. Deswegen wird für jede Farbe ein Film und eine Druckschablone des Motivs erstellt.

  • Bildmotive werden in der Mehrzahl der Fälle im 4farbigen Rasterdruck auf die Stoffbeutel gedruckt.
  • Die Baumwolltaschen können wir mit max. 12 Druckfarben bedrucken.

Wie funktioniert der Siebdruck?

Die einzelnen Schritte für das Bedrucken von Textilien

In unserem Praxisbeispiel demonstrieren das Vorgehen anhand von Baumwolltaschen. Beim Bedrucken im Siebdruck wird für jede einzelne Farbe des Motives, das auf die Baumwolltaschen gedruckt werden soll, eine eigene Druckschablone erstellt. Diese Druckschablone besteht aus einer Druckgage, die, je nach Oberflächenbeschaffenheit der entsprechenden Baumwolltasche und in Abhängigkeit vom Druckmotiv, eine unterschiedliche Dichte aufweist. Die entsprechende Druckgage, mit der später das Druckmotiv auf die Baumwolltasche gedruckt wird. Zuvor wird sie mit einem entsprechenden Film belichtet, der in einen festen Aluminiumrahmen eingespannt wurde.

Wie wird eine Druckschablone erstellt?

Die komplette Druckschablone wird mit einer Emulsion beschichtet. Danach muss die Beschichtung trocknen. Dann wird das Motiv auf das Sieb kopiert, in dem der Film auf die Schablone aufgelegt und einer starken Lichtquelle ausgesetzt wird. Die Beschichtung, die dem Licht ausgesetzt wird, wird wasserfest. Alle anderen Stellen, die durch den Film (das eigentliche Druckmotiv) abgedeckt sind, können dann ausgewaschen werden. Durch diese „offenen“ Stellen, wird dann die Druckfarbe durch das Sieb gedrückt und damit auf den Bedruckstoff aufgebracht.

Montage der Rakel

Zuerst wird der Rakel am Rakelschlitten befestigt.

  • Ein Rakel ist eine Holz- oder eine Metallschiene mit einem eingespannten Gummi. Mit dem Rakel wird die Farbe durch die Druckschablone auf den Bedruckstoff gedruckt.
  • Der Rakelschlitten ist ein mechanisches Teil der Siebdruckmaschine, dass den Rakel auf der Druckschablone über das Druckmotiv schiebt und dabei die Druckfarbe auf den Bedruckstoff drückt. Eingestellt wird dabei ein Rakelweg, der nur so lang ist, wie das Druckmotiv gross ist.

Einsetzen der Druckschablonen

Danach erfolgt das Einsetzen der Druckschablonen in den Druckrahmen. Im Normalfall werden zuerst die hellen Farben und danach die dunklen Farben gedruckt. Oft hängt die Reihenfolge der Bedruckung aber auch vom eigentlichen Druckmotiv ab.

In jedem Fall wird aber der weiße Unterleger als Erstes gedruckt, weil dieser unter dem kompletten Druckmotiv liegt und die farbige Tasche „neutralisiert“ damit die sichtbaren Druckfarben besser zur Geltung kommen. Der weiße Unterleger ist sozusagen die Sperrschicht beim Bedrucken der Baumwolltaschen.
Als Unterleger wird ein spezielles Vordruckweiß verwendet, welches für eine schnelle Trocknung geeignet ist. Der Unterleger wird als ganz normale Druckfarbe gedruckt und je nach Ggröße, zwischengetrocknet.

Damit beim Einsetzen der Druckschablonen keine Verwechslungen möglich sind, werden im Vorfeld alle Schablonen mit Nummern gekennzeichnet. Somit ist die richtige Reihenfolge beim Einsetzen der Schablonen sichergestellt.

Justierung der Druckschablonen

Als Nächstes wird ein Film mit dem kompletten Druckmotiv, das auf die Baumwolltaschen gedruckt werden soll, eingemessen und auf der Druckpalette fixiert. Damit werden jetzt nacheinander die einzelnen Druckschablonen mittels der Passerkreuze, die an allen vier Ecken des Druckmotives angebracht sind, überprüft und gegebenenfalls das Drucksieb nachjustiert.

Abkleben der Druckschablonen

Danach werden die Passerkreuze, die für die Feinjustierung der Druckschablonen beim Bedrucken unbedingt notwendig sind, abgeklebt, damit beim Druck keine Farbe durch diese unbeschichteten Bereiche auf der Druckschablone und damit auf die zu bedruckende Baumwolltasche gelangt.

Deutlich zu erkennen ist auch, dass auf der Oberseite der Schablone Klebestreifen angebracht sind. Das hat nichts damit zu tun, dass die Schablone defekt ist und deshalb repariert werden musste. Auf der Fläche dient das Klebeband dem Schutz der Beschichtung, durch die keine Farbe dringen kann. Durch die vielen Druckgänge wäre es ansonsten möglich, dass das Rakel diese Schicht zerstört und durch die dann freiwerdenden Flächen ungewollt Farbe auf die Baumwolltaschen gelangt. Die Klebestreifen am Rand des Aluminiumrahmens haben eine ähnliche Funktion. Sie verhindern das Eindringen von Druckfarbe zwischen dem Rahmen und der Gage.

Einstellen des Rakelweges

Anschliessend wird die Länge (Rakelweg), die der Rakel beim Druck der einzelnen Farben auf die Baumwolltaschen zurück legt, genau eingestellt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Druckfarbe nicht über die gesamte Druckschablone, sondern nur über den Teil mit dem Druckmotiv, gerakelt wird.

Einfüllen der Druckfarben

Nachdem diese ganzen vorbereitenden Arbeiten zum Druck auf die Baumwolltaschen abgeschlossen sind, wird die entsprechende Druckfarbe in das jeweilige Drucksieb gefüllt. Hier werden die Druckfarben entsprechend den Kundenwünschen nach Pantone oder HKS-Fächer verwendet oder im Vorfeld entsprechende Sonderfarben angemischt. Eingefüllt wird die Farbe am unteren Rand der Druckschablone, da sie dann später, während des Druckvorganges, durch das Rakel auf der Druckschablone verteilt wird.

Fixierung der Baumwolltaschen

Nun werden die Paletten für die Fixierung der Baumwolltaschen vorbereitet. Dazu werden die Paletten gesäubert und auf jeder Palette ein saugfähiges, selbstklebendes Spezialpapier aufgebracht, das anschließend mit einem Fixierleim bestrichen wird. Dieser Leim verhärtet bei Hitze und ermöglicht es, dass die auf die Paletten gezogenen Baumwolltaschen während des Druckvorganges nicht verrutschen können. Das ist eine der Grundvoraussetzungen, dass das Druckmotiv sauber auf die Baumwolltaschen aufgebracht werden kann und später, nach dem Druck, keine „Blitzer“ zu sehen sind.

Erwärmen der Druckpaletten

Jetzt ist im Prinzip alles für den Druck auf die Baumwolltaschen vorbereitet. Die Baumwolltaschen reagieren während des Druckprozesses, aufgrund der Naturfaser, aus der sie gewebt wurden, unterschiedlich auf die Feuchtigkeit der Farbe. Beim Trocknen zieht sich die Faser unterschiedlich stark und in einer unterschiedlichen Zeit zusammen. Um diesen unterschiedlichen Prozess auf ein Minimum zu reduzieren, werden vor dem Drucken die Paletten, auf die dann die Baumwolltaschen gezogen werden, auf ca. 100°C erwärmt. Das verringert die Trocknungszeit der entsprechenden Druckfarbe und ermöglicht außerdem das „nass in nass“-drucken der einzelnen Druckfarben.

Bedrucken der Baumwolltaschen

Nach Erreichen der notwendigen Temperatur können die Taschen bedruckt werden. Zuerst werden die Baumwolltaschen auf die entsprechende Palette aufgezogen und glattgestrichen. Durch den Fixierkleber können sie nun nicht mehr verrutschen. Beim Aufziehen der Baumwolltaschen werden kleine Fusseln beseitigt, damit diese später das Druckergebnis nicht beeinflussen.
Begonnen wird beim Druck mit dem Aufdruck des weißen Unterlegers. Danach erfolgt eine Zwischentrocknung des kompletten Unterlegers, damit die einzelnen Farben, die auf diesen Unterleger gedruckt werden, nicht verlaufen. Sie werden praktisch auf einen trockenen Untergrund gedruckt.
Die Baumwolltaschen werden so von Druckstation zu Druckstation transportiert und nacheinander die einzelnen Druckfarben auf die Baumwolltasche aufgebracht. Der Vorgang beim Drucken ist jeweils der Gleiche:

  1. Die Tasche kommt an der entsprechenden Schablone an,
  2. diese wird abgesenkt, damit die Schablone mit dem entsprechenden Teil des Druckmotives auf der Baumwolltasche aufliegt.
  3. Das Rakelwerk fährt mit dem Rakel nach oben, wird dann ebenfalls abgesenkt und
  4. das Rakel drückt genau an der Stelle des Drucksiebes an der sich das entsprechende Teilstück des Motives befindet, die Farbe durch die Druckschablone.

Trocknung der bedruckten Baumwolltaschen

Nachdem die Baumwolltaschen alle Druckvorgänge durchlaufen haben, werden Sie am Ende der Druckmaschine von der Palette gelöst, abgezogen und auf den Trockner gelegt. Im Trockner kann die Temperatur entsprechend der zu trocknenden Taschenart und der entsprechenden Farbe genau eingestellt werden. Die genaue Temperaturregulierung ist ein sehr schwieriger Prozess, da hier schon 1-2 °C Temperaturunterschied Einfluss auf das Ergebnis der Trocknung haben können.

Kann man die Drucksiebe wiederverwenden?

Die Siebe inkl. dem Alurahmen sind komplett fertig. Es wird nicht jedes Mal eine neue Druckgage aufgezogen, sondern das Sieb wird nach jedem Auftrag wieder ausgewaschen, neu beschichtet und mit dem neuem Motiv wieder belichtet. Je nach Siebdruckmaschine können nur bestimmte Siebe verwendet werden.
Für die private Benutzung ist auch ein Holzrahmen möglich. Der Metallrahmen hält aber länger, da die Holzrahmen bei feuchter Lagerung verwinden können.

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