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Was die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG für den Einzelhandel bedeutet

27. Juni 2017 | Geschrieben von G. Bendig in der Kategorie Marktgeschehen

Plastiktüten sind nach wie vor ein sehr großes Problem für die Umwelt. Sie verschmutzen unter anderem die Weltmeere und bedrohen nicht nur die Vogelwelt, Meeressäuger und Fische, sowie die Pflanzenwelt in den Meeren. Sie verursachen aber auch hohe Kosten für Unternehmen, staatliche Einrichtungen und Küstenbewohner.

Die Probleme, die damit verbunden sind, nehmen von Tag zu Tag zu. Auch wenn Plastiktaschen nur einen kleinen Teil der Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll ausmachen, kann die Reduzierung des Verbrauchs von Plastiktaschen große Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt, sowie für saubere Strände haben.

Der Verbrauch an Plastiktüten ist innerhalb der EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Die letzte Studie aus dem Jahre 2010 zeigt einen sehr hohen Verbrauch von Plastebeuteln in den osteuropäischen Staaten.

Infografik Verbrauch von Plastiktüten ausgewählter EU-Länder

Um verbindliche Grenzwerte für den Verbrauch von Plastiktüten festzulegen, hat die Europäische Union bereits 2015 die EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG beschlossen. Darin wurde festgelegt, dass alle EU-Mitgliedsstaaten den Verbrauch an Plastiktüten reduzieren müssen. Pro Kopf sollen dann bis Ende 2019 nur noch 90 und bis Ende 2025 nur noch maximal 40 Plastiktüten verbraucht werden.

Können die EU-Ziel erreicht werden?

Wie können die EU-Ziele zur Reduzierung des Verbrauchs von Plastiktüten in Deutschland erreicht werden? Damit die EU-Vorgaben erreicht werden, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Handelsverband Deutschland (HDE) vor einem Jahr eine Vereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs von Kunststofftragetaschen getroffen. Um den Verbrauch der Plastiktüten zu reduzieren, sollte ein Tüten-Entgelt eingeführt werden.

In vielen Einzelhandelsgeschäften ist das bereits gängige Praxis. Auch wenn diese Gebühr auf freiwilliger Basis der einzelnen Geschäfte erhoben wird. Einige Händler haben die Plastiktüten sogar komplett aus dem Sortiment genommen. Warum gibt es aber keine verpflichtende Erklärung des Einzelhandelsverbandes?

Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. sagt zum Beispiel dazu:

„Dem HDE gehören große Handelsunternehmen an, die nicht nur über das erforderliche Personal, sondern vor allem auch über die notwendigen Erfassungssysteme verfügen, um die geforderten Daten melden zu können. Anders sieht es insbesondere in den Kleinst- und Kleinbetrieben aus, die einen Großteil der deutschen Handwerksbäckereien ausmachen. Diese haben ohnehin mit dem Kostendruck durch die Konkurrenz von Backshops mit Discountpreisen und einer nicht mehr nachvollziehbaren Bürokratie zu kämpfen.“ (Quelle: https://www.baeckerhandwerk.de/events-presse/detailansicht/show/pressemitteilungen/reduktion-des-verbrauchs-von-plastiktueten/)

Wenn man bedenkt, welcher bürokratische Aufwand mit der Erfassung und Dokumentation des Tütenverbrauchs verbunden ist, kann man die Argumentation nachvollziehen.

Ohnehin ist es besser, den Kunden nicht zu zwingen, sondern ihn zu überzeugen, freiwillig Gutes für die Umwelt zu tun. HDE-Geschäftsführer Umwelt, Kai Falk, zieht Anfang diesen Jahres eine positive Bilanz. So hat zum Beispiel der Elektro- und Textilfachhandel nach eigenen Angaben zwischen 50-80 % weniger Plastiktüten an seine Kunden abgegeben. (Quelle: https://www.einzelhandel.de/index.php/presse/aktuellemeldungen/item/127291-freiwillige-plastikt%C3%BCtengeb%C3%BChr-erfolgreich)

In Deutschland konnten bei der Reduzierung von Plastiktaschen schon große Fortschritte erzielt werden. In der Bundesrepublik werden jetzt bereits schon nur noch 45 Tüten / Kopf und Jahr (Quelle: Umweltbundesamt) verbraucht.

Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland

Verbraucher zeigen eine klare Haltung

Laut einer Umfrage aus dem Jahre 2016 kaufen nur noch 8% (der befragten) Verbraucher eine Plastiktüte im Supermarkt. 91% der Kunden verzichtet auf die Plastiktüte und nutzt alternative Verpackungsmethoden für den Einkauf.

Wie bribngen deutsche Verbraucher Ihre Einkäufe nach Hause.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Welche Mittel gibt es, den Verbrauch an Plastiktüten weiter zu reduzieren? Möglichkeiten gibt es einige, nur muss man sich bewusst entscheiden, dies auch umzusetzen:

  • keine Abgabe von kostenlosen Plastiktüten
  • wenn überhaupt, Abgabe von Plastikbeuteln nur gegen Gebühr
  • Kunde benutzen eine eigene Tasche für den Einkauf
  • Kunden könnten kostenlose Baumwolltaschen und Papiertüten beim Einzelhändler ab
  • Händler stellen diese Taschen kostenlos zur Verfügung, wenn ein Kunde seine Tasche vergessen hat

Welche Chancen bieten sich jetzt für Unternehmer?

  • Werben mit Nachhaltigkeit
  • Kostenrechnung
    • längerer Werbeeffekt
    • bessere Brandingmöglichkeiten
    • testen von Slogans und Grafiken bevor sie überall ausgerollt werden

Ihre Erfahrungen und Meinungen

Wirkt sich die EU-Richtlinie auf ihr Geschäft aus und reagieren sie darauf? Wir freuen uns auf ihre Meinungen in den Kommentaren und hoffen auf eine lebhafte Diskussion. Bei weiterführenden Fragen können sie uns auch jederzeit gern kontaktieren.

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