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Jutebeutel statt Plastiktüten

Laut der EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG, die schon 2015 beschlossen wurde, muss der Verbrauch an Plastiktüten in den EU-Mitgliedstaaten reduziert werden – pro Kopf sollen dann bis Ende 2019 nur noch 90 und bis Ende 2025 nur noch maximal 40 Plastiktüten verbraucht werden.

Plastiktüten verschiedener Einzelhandelsgeschäfte

 

In der Bundesrepublik werden jetzt bereits schon nur noch 70 Tüten / Kopf und Jahr (Quelle: Umweltbundesamt) verbraucht.

Damit die EU-Vorgaben erreicht werden, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Handelsverband Deutschland (HDE) vor einem Jahr eine Vereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs von Kunststofftragetaschen getroffen. Um den Verbrauch der Plastiktüten zu reduzieren, sollte ein Tüten-Entgelt eingeführt werden.

In vielen Einzelhandelsgeschäften ist das bereits gängige Praxis. Auch wenn diese Gebühr auf freiwilliger Basis der einzelnen Geschäfte erhoben wird. Einige Händler haben die Plastiktüten sogar komplett aus dem Sortiment genommen.
Warum gibt es aber keine verpflichtende Erklärung des Einzelhandelsverbandes?

Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. sagt zum Beispiel dazu:
„Dem HDE gehören große Handelsunternehmen an, die nicht nur über das erforderliche Personal, sondern vor allem auch über die notwendigen Erfassungssysteme verfügen, um die geforderten Daten melden zu können. Anders sieht es insbesondere in den Kleinst- und Kleinbetrieben aus, die einen Großteil der deutschen Handwerksbäckereien ausmachen. Diese haben ohnehin mit dem Kostendruck durch die Konkurrenz von Backshops mit Discountpreisen und einer nicht mehr nachvollziehbaren Bürokratie zu kämpfen.“
(Quelle: https://www.baeckerhandwerk.de/events-presse/detailansicht/show/pressemitteilungen/reduktion-des-verbrauchs-von-plastiktueten/)

Wenn man bedenkt, welcher bürokratische Aufwand mit der Erfassung und Dokumentation des Tütenverbrauchs verbunden ist, kann man die Argumentation nachvollziehen.
Ohnehin ist es besser, den Kunden nicht zu zwingen, sondern ihn zu überzeugen, freiwillig Gutes für die Umwelt zu tun.
HDE-Geschäftsführer Umwelt, Kai Falk, zieht Anfang diesen Jahres eine positive Bilanz. So hat zum Beispiel der Elektro-und Textilfachhandel nach eigenen Angaben zwischen 50-80 % weniger Plastiktüten an seine Kunden abgegeben.
(Quelle: https://www.einzelhandel.de/index.php/presse/aktuellemeldungen/item/127291-freiwillige-plastikt%C3%BCtengeb%C3%BChr-erfolgreich)

Auch wenn eine Baumwolltasche mindestens 100 mal benutzt werden muss, damit eine positive Ökobilanz gezogen werden kann, ist sie eine gute Alternative zur Plastiktüte, da sie viele weitere Vorteile gegenüber der Tüte aus Plastik besitzt:

  • umweltfreundlich
  • waschbar
  • langlebig
  • formstabil
  • belastbar
  • reißfest
  • ökologisch abbaubar

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